EU-weit offener Realisierungswettbewerb
Susanne Seyfert
Matthias Seyfert
Florian Dessl
Tamara Türemis
08|2018 – 09|2018
Die Fahrzeughalle wird als robuster, kantiger Baukörper an der Baumgasse platziert. Senkrecht dazu zur Nottendorfer Gasse liegt das feingliedrigere Bauteil der Mannschaftsdiensträume. Beide Baukörper sind spannungsvoll miteinander verschnitten und bilden ein L-förmiges Gebäude an der Kreuzung. Der Steigerturm erhöht diese Spannung zur Autobahn. Die Straßenfluchten werden gefasst und fördern die urbane Entwicklung des Quartiers. Für die Freiflächen bleibt von der Straße abgerückt und durch das Gebäude geschützt großzügig Raum. Gleichzeitig wird durch Einblicke in die Fahrzeughalle die Funktion des Gebäudes gezeigt und der Stadtraum bereichert.
Die Lage der Fahrzeughalle an der Baumgasse erlaubt sieben
Fahrzeugen die schnelle, direkte Ausfahrt. Die Wege innerhalb
des Gebäudes sind für diese sehr kurz. Drei Fahrzeuge fahren in
den Hof und dann in die Baumbachstraße. Die Nebenräume sind
hofseitig und bei der Autobahn straßenseitig angeordnet, zwei
Stellplätze sind durchgesteckt ausgebildet. Tore mit transparenten
Feldern belichten natürlich. Auf den Nebenräumen im Norden
liegen Büros und Versammlungsraum. Diese haben über einen
Gang Bezug zur Halle. Der Eingang zu den Mannschaftsdiensträumen
liegt gedeckt zur Baumgasse. Der Nachrichtenraum
dockt direkt an, die Treppe in die Obergeschosse ist gut sichtbar.
Im Einsatzfall sind die Nebenräume und der Zugang zur Fahrzeughalle
schnell erreichbar.
Etwas abgeschiedener liegen im Erdgeschoss die Nebenräume
für Müll und Technik. Mit vorgelagerter Terrasse zum Übungshof
sind die Sporträume untergebracht.
Im Obergeschoss bilden die Aufenthalts- und Essräume um einen
Innenhof mit angelagerter Küche und in die Fahrzeughalle
führenden Büro und Schulungsräumen eine abwechslungsreiche
Raumkomposition. Darüber um einen zweiten Innenhof ergänzt
liegen zurückgezogen die Ruheräume.
Die Fahrzeughalle wird als Stahlbetonskelettkonstruktion mit
Sichtbetonaußenwand errichtet. Die Außenwand besteht aus
Dämmbeton. Eine klare, kantige und robuste Ausführung ist Ziel,
welche der Nähe zur A23 standhält. Der Baukörper der Mannschaftsdiensträume
wird als Stahlbetonskelettkonstruktion errichtet.
Eine vorgehängte Metallfassade erlaubt die abgerundete
und präzise Ausführung.
Die Öffnungen in der Fahrzeughalle werden tief eingeschnitten,
die Öffnungen Mannschaftsdienstgebäude werden flächenbündig
mit einer Einfachverglasung geschlossen. So entsteht ein
Zwischenraum für außenliegenden Sonnenschutz, welcher der
starken Staubbelastung nicht direkt ausgesetzt ist.
Die Verschiedenheit der beiden Baukörper – matt, robust, kantig,
dunkel und glänzend, abgerundet, farbig – wird herausgearbeitet
und in Spannung gesetzt.
Das Energiekonzept sieht die Nutzung eines thermischen Saisonal
Speichers vor, unter Nutzung des latenten Wärmeinhaltes.
Der Bedarf an Heizwärme wird ganzjährig mittels Wärmepumpe
aus diesem Speicher gedeckt, wobei möglichst alle Wärmegewinne
jederzeit dem Speicher zugeführt werden.
In der kalten Jahreszeit erfolgt die Vereisung des Wassers, um
die Energie des Phasenüberganges von flüssig zu fest im Speicher
zu nutzen.
Im Sommer wir der unterkühlte Speicher zur Gebäudekühlung
ohne Wärmepumpenbetrieb sehr kosteneffizient regeneriert.
Leistungsspitzen und als Redundanz wird Energie aus dem Fernwärmenetz
angedacht. Die Stromversorgung erfolgt aus dem öffentlichen
Netz.
Wärme wird über eine Flächenheizung bzw. Bauteilaktivierung
abgegeben. Das Eis im Speicher direkt zur Gebäudekühlung verwendet
werden.
Die Solarthermie läd unabhängig von der örtlichen Geologie primär
die Warmwasserbereiter und der Überschuss den Eisspeicher.