zweistufiger geladener
Architekturwettbewerb
3. Preis
Dietmar Moser
Matthias Seyfert
Marco Stummer
08|2011 – 10|2011
Das in die Jahre gekommene Areal bekommt mit dem Sparneubau einen markanten Impuls für die Modernisierung des gesamten Einkaufszentrums. Der neue Baukörper orientiert sich am derzeitigen Bestand. Verbessert wird die Sichtbarkeit von der Einsteinstraße durch das Herausrücken auf die Achse des Hochhauses und zudem wird ein Zugang auf den Platz durch den gedeckten Vorbereich des Spars geschaffen.
Als Fußgänger betritt man das Einkaufszentrum wie bisher über zwei Zugänge im Nordosten und zwei weiterer Zugänge im Südwesten. Wesentlich verbessert wird der Zugang im Südwesten. Aus der Rückseite wird eine Vorderseite mit dem Eingang in den Spar und weitem Dach. Der bisher heimliche Hauptzugang wird aufgewertet. Der Vorplatz für den Spar wird an den zentralen Platz – der Mitte des Einkaufszentrums angedockt. Behutsam wird dieser zum Park geöffnet ohne seine klare Fassung zu verwischen.
Von der Einsteinstraße nimmt man den neuen Spar schon von Weitem durch seine weite Auskragung war. Der neue Parkplatz im Nordwesten ermöglicht ebenen Zugang zum Supermarkt. Die Anlieferung unter der Auskragung funktioniert ohne die Umgebung zu stören. Der Baukörper ist zur Straße geschlossen und markant geformt. Zu den Vorplätzen im Westen ist er gläsern und zeigt seinen Inhalt. Eine farbige Haut umkleidet alles einheitlich. Variiert in der Farbe kann diese Haut auf die anderen Bauten des Einkaufszentrums gezogen werden. Der Verkaufsraum ist zu den Vorplätzen im Westen orientiert. Die Nebenräume liegen zur Einsteinstraße orientiert auf der Verkaufsebene und eine Ebene tiefer. Mitarbeiterzugang und Anlieferung funktionieren gut. Die obere Ebene kann als Leichtbau und die untere Ebene massiv errichtet werden. Langlebigkeit und Nachhaltigkeit sind sichergestellt.
Die Grundidee ist dass das gesamte Gebäude völlig ohne fossile Brennstoffe mit Energie versorgt und die Umwelt nachhaltig geschont wird. Dazu wird ein Verbund zwischen Wärme und Kälte geplant. Um den Wärmejahreszyklus optimal auszunutzen, werden unter dem Parkplatz Energiegräben vorgesehen. Der Energietransport vom Erdreich in das Gebäude und umgekehrt erfolgt über ein umweltfreundliches, durch die Rohre fließendes Sole-Wasser-Gemisch.
Vorrangig wird das Gebäude mit der Abwärme der Kälteanlage beheizt. Diese Abwärme ist quasi ein »Abfallprodukt«, das beim Kühlen der Kühlräume und der Kühlmöbel entsteht. Im Winter wird zusätzlich Energie aus dem Erdreich zur Wärmepumpe transportiert, auf ein höheres Temperaturniveau »gepumpt« und von dort in das Heizungssystem einer Betonkernaktivierung eingeleitet. Der Beton dient als zusätzliche Speichermasse.
Während der Übergangszeit und im Sommer wird die überschüssige Abwärme der Kälteanlage direkt in das Erdreich unter den Parkplatz abgeleitet und hier für den kalten Winter »zwischengespeichert«. In der Übergangszeit, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Temperatur im Erdreich, wird die Kühlflüssigkeit der Kälteanlage über die Außenluft abgeführt. Konsequenterweise wird neben der Wärme auch solare Energie genutzt. Zu diesem Zweck ist auf dem Dach des Gebäudes eine Photovoltaikanlage geplant. Der damit CO2-frei erzeugte Solarstrom wird in das öffentliche Netz eingespeist und an das Elektrizitätsversorgungsunternehmen verkauft und nach Ablauf dieser Förderzeit kann die elektrische Energie selbst verbraucht werden. Mit der Kombination von Erdwärme, Wärme-Kälte-Verbund, Betonkernaktivierung und Photovoltaik werden CO2-Emissionen wesentlich reduziert.